Startschuss für Netzwerk Ländliche Entwicklung und Demografie

16.12.2016 | Startschuss für das Forum Ländliche Entwicklung und Demografie

Mehr als 120 Teilnehmer kamen zur Auftaktveranstaltung des Forums Ländliche Entwicklung und Demografie Mehr als 120 Teilnehmer kamen zur Auftaktveranstaltung des Forums Ländliche Entwicklung und Demografie Lupe

 

Mehr Vernetzung, mehr Kommunikation, mehr Optimismus – das sind die Ziele des „Forums Ländliche Entwicklung und Demografie“, das gestern im Güstrower Bürgerhaus in einer Auftaktveranstaltung vorgestellt wurde.

Etwa 120 Kommunalvertreter und Akteure folgten der Einladung und der Initiative des Ministers für Landwirtschaft und Umwelt Mecklenburg-Vorpommern, Dr. Till Backhaus. In seinem Grußwort sagte der Minister: „Damit geben wir, das Ministerium für Landwirtschaft und Umwelt, als das Ministerium für den ländlichen Raum gemeinsam mit der Landgesellschaft den Startschuss für ein Netzwerk, das eine Anlaufstelle für kreative Ideen im ländlichen Raum darstellt. Deshalb rufe ich Sie heute alle auf, gemeinsam mit den Bürgern in ihren Gemeinden Ideen zu entwickeln, wie wir den ländlichen Raum erhalten und lebenswerter gestalten können“.

Volker Bruns, Geschäftsführer der Landgesellschaft Mecklenburg-Vorpommern, erklärte: “Das Forum Ländliche Entwicklung und Demografie wird offen sein für alle, die Dienstleistungen für Kommunen und andere Akteure im Bereich der ländlichen Entwicklung anbieten wollen. Es soll Ihr Ansprechpartner werden, das zwar nicht alle Fragen selbst beantworten, aber als Plattform und Koordinierungsstelle weiterhelfen kann. Wir wollen hiermit Aktivitäten im ländlichen Raum bündeln und stärken.“

Netzwerkpartner sind bislang die Schule der Landentwicklung Mecklenburg-Vorpommern, die Forschungs-GmbH Wismar, die Evangelisch-Lutherische Kirche, die Hochschule Neubrandenburg, die Akademie für Nachhaltige Entwicklung (ANE) sowie die Landgesellschaft Mecklenburg-Vorpommern mbH.

Vor dem Hintergrund des Strukturwandels in Mecklenburg-Vorpommern wurde das Forum ins Leben gerufen. Es bestehen Disparitäten zwischen Kommunen, in denen bürgerschaftliches Engagement fest verankert ist, und denen, die bislang keine oder wenig Erfahrung mit der Umsetzung von Fördervorhaben haben. Trotz zahlreicher Investitionen in die ländlichen Räume geht die Schere zwischen Stadt und Land immer weiter auseinander. Die gegenläufigen Entwicklungstendenzen wirken sich auf alle Bereiche des öffentlichen und privaten Lebens aus.

„Wir fangen nicht bei Null an. Von 2000 bis 2014 wurden beispielsweise 84 Schulen saniert oder gebaut, 171 Kitas im ländlichen Raum und 602 Dorfgemeinschaftseinrichtungen investiv gefördert.

Öffentliche Zuschüsse von 91 Mio. Euro lösten fast 184 Mio. Euro Investitionsvolumen aus.

Seit der Wende sind über 3,2 Milliarden Euro in die Erneuerung unserer Dörfer geflossen. Herausragende LEADER-Projekte wie die Multiplen Häuser am Stettiner Haff oder das Projekt Landaufschwung im Landkreis Vorpommern-Rügen zeigen, dass schon viel umgesetzt wurde. Und dennoch müssen wir alle mitnehmen“, betonte Dr. Till Backhaus.

Die Ergebnisse der heutigen Veranstaltung und das Feedback der Teilnehmer werden in den nächsten Wochen ausgewertet. Auf einer neuen Webseite werden die Ergebnisse, Informationen über gute Projekte, Fördermöglichkeiten, Schulungen und Veranstaltungen veröffentlicht, ähnlich wie bei der „Deutschen Vernetzungsstelle“. Gemeinsame Aktivitäten werden geplant und umgesetzt, damit sich das neue Netzwerk als Serviceangebot und Anlaufstelle für die Bürgerinnen und Bürger des ländlichen Raumes etablieren wird. Es soll eine Plattform zur Kommunikation entstehen, als Mittler zwischen Bevölkerung, Politik und den verschiedensten Akteuren fungieren und so wichtige Themen in den Fokus bringen. Gemeinsame Aktivitäten und gebündelte Aktionen der unterschiedlichen Akteure sollen die Entwicklung des ländlichen Raumes verbessern und die Zukunft dieser Regionen sichern.

Abschließend sagte der Minister: „Wir müssen das Dorf der Zukunft als Chance begreifen und den Menschen vor Ort Mut machen, ihre Vorhaben umzusetzen. Als „Anwälte der ländlichen Räume“ wissen Sie am besten, wo die Probleme der Region liegen. Das Forum bietet die Basis dazu mit den Akteuren an einen Tisch zu kommen. Ich möchte alle dazu aufrufen, von dieser Möglichkeit gebrauch zu machen.“