Erfolgreicher 26. Kommunaler Erfahrungsaustausch

09.10.2017 | Erfolgreicher 26. Kommunaler Erfahrungsaustausch

Teilnehmer des 26. Kommunalen Erfahrungsaustausches. Foto: LGMV Teilnehmer des 26. Kommunalen Erfahrungsaustausches. Foto: LGMV Lupe

 

Rund 100 Teilnehmer und Experten aus Land und Kommune unterstrichen die Bedeutung des ländlichen Raumes für die Entwicklung Mecklenburg-Vorpommerns anlässlich des 26. Kommunalen Erfahrungsaustausches – Thema war Stadt-Land-Entwicklung im Dialog - Baukultur und Daseinsvorsorge.

Am 05.10.17 fand der traditionsreiche Kongress statt, ausgerichtet durch den Unternehmensverbund der LGE Mecklenburg-Vorpommern mbH und der Landgesellschaft Mecklenburg-Vorpommern mbH. Dieser Erfahrungsaustausch ist der einzige regelmäßig stattfindende Kongress zur Stadtentwicklung und Stadterneuerung in Mecklenburg-Vorpommern, Thema war „Stadt-Land-Entwicklung im Dialog - Baukultur und Daseinsvorsorge".

Minister Christian Pegel, Ministerium für Energie, Infrastruktur und Digitalisierung und Staatssekretär Dr. Jürgen Buchwald, Ministerium für Landwirtschaft und Umwelt Mecklenburg-Vorpommern, sprachen Grußworte nach der Begrüßung durch Volker Bruns, Geschäftsführer der Landgesellschaft und der LGE.

Minister Pegel sagte: „Nicht zuletzt aufgrund des demografischen Wandels steht die Entwicklung der ländlichen Räume und der dazugehörigen Ankerpunkte, die kleinen Städte, seit längerem im Fokus der Landesregierung. So unterstützen wir zum Beispiel seit 2010 mit dem Städtebauprogramm „Kleinere Städte und Gemeinden" vor allem solche mit zentralörtlicher Funktion in dünn besiedelten, ländlich geprägten, von Abwanderung bedrohten Räumen. Bislang wurden im Rahmen dieses Bund-Länder-Programms insgesamt mehr als 43 Millionen Euro für Vorhaben in 22 Gemeinden in Mecklenburg-Vorpommern bewilligt". Der Infrastrukturminister Mecklenburg-Vorpommerns führte weiter aus: „Im überarbeiten Landesraumentwicklungs-programm haben wir zudem 2016 die neue Raumkategorie Ländliche Gestaltungs Räume ausgewiesen - besonders strukturschwache periphere ländliche Räume, die besonderer Maßnahmen zur nachhaltigen Sicherung von Leistungen der Daseinsvorsorge bedürfen. Und für die es sich die Landesregierung in den Koalitionsvertrag geschrieben hat, Entwicklungsstrategien entwickeln und umsetzen zu helfen." 

Dr. Jürgen Buchwald, Staatssekretär im Ministerium für Landwirtschaft und Umwelt Mecklenburg-Vorpommern, sagte: "Der kommunale Erfahrungsaustausch ist für ein Land, in dem die Strukturen übersichtlich sind, wertvoll um von Erfahrungen Einzelner zu lernen um zukünftig noch effizienter arbeiten und gestalten zu können. Das diesjährige Motto „Stadt-Land-Entwicklung im Dialog – Baukultur und Daseinsvorsorge" verdeutlicht, dass die Stadtentwicklung und ländliche Entwicklung nicht nebeneinander stehen sollten, sondern vielmehr symbiotisch miteinander verbunden sind. Sie tragen beide gemeinsam dazu bei, dass das Prinzip der Schaffung und Sicherung gleichwertiger Lebensverhältnisse in allen Teilräumen des Landes aber auch der gesamten Bundesrepublik mit Leben erfüllt wird. Beide brauchen einander und so ist die gemeinsame Kommunikation die Basis auf der wir zukünftige Projekte verfolgen und umsetzen können. Gute Ergebnisse für unser Land und die Menschen, die darin leben, werden wir nur erzielen, wenn wir miteinander reden und gemeinsam engagiert Projekte verfolgen, von denen alle einen Vorteil ziehen. Auch darf nicht der Eindruck entstehen, dass während einige erfolgreich sind, andere chancenlos zurückgelassen werden. Wir verfolgen daher den Anspruch gleichwertiger Lebensverhältnisse im ganzen Land konsequent weiter." 

Fachkundige Referenten hielten Vorträge zu den Themen Baukultur und Daseinsvorsorge. Eingeladen zum Kongress waren Bürgermeister und Bauverantwortliche aus den Kommunen des Landes.

Prof. Dipl.-Ing. Heinz Nagler von der Brandenburgischen Technischen Universität Cottbus sprach über die Bedeutung von Baukultur im ländlichen Raum, gutes Planen und Bauen in kleinen Städten und Gemeinden.

Über ein spannendes Praxisbeispiel, die Sanierung des Wasserschlosses Quilow, berichtete Uwe-Moritz Eichler vom Förderverein Stiftung Kulturerbe im ländlichen Raum Mecklenburg-Vorpommern e.V.

Einen Projektbericht aus dem Ex-Wost –Forschungsprogramm "Baukultur und Tourismus – Kooperation in der Region" in Mecklenburg-Strelitz hörten die Teilnehmer von Frank Fechner, Landkreis Mecklenburgische Seenplatte.

Dr. Ulrich Neubauer aus dem Bundesministerium für Ernährung und Landwirtschaft stellte die Aktivitäten des Bundes zur Entwicklung der ländlichen Räume, das Bundesprogramm Ländliche Entwicklung (BULE), vor.

Über die Förderung des Landes für die Entwicklung kleiner Städte im ländlichen Raum und Städtebauförderung in kleinen Städten sprach Ansvera Scharenberg aus dem Ministerium für Energie, Infrastruktur und Digitalisierung Mecklenburg-Vorpommern.

Thomas Reimann, Ministerium für Landwirtschaft und Umwelt Mecklenburg-Vorpommern referierte über Kommunale Förderung der lokalen Entwicklung im ländlichen Raum.

Über Erfahrungen des Interreg-Projektes - Dynamic Lights - Steigerung der Energieeffizienz durch (kommunale) Intelligente Beleuchtungssysteme - berichtete Prof. Dr. Thomas Römhild von der Hochschule Wismar.

Ein weiteres Praxisbeispiel, das Sternberger Heimatmuseum, stellte Armin Taubenheim, Bürgermeister der Stadt Sternberg vor.

Abschließend berichtete Jan Hoffmann von der Landgesellschaft M-Vüber die Aktivitäten des FORUM ländliche Entwicklung und Demografie Mecklenburg-Vorpommern.

Robert Erdmann fasste zusammen: „Baukultur ist ein wichtiger Bestandteil der Daseinsvorsorge. Sie kann als Qualitätskriterium eine entscheidende Rolle spielen. Sie umfasst einerseits die gute baulich gestaltete Umwelt in unseren Dörfern, Städten und Regionen aber auch den Prozess und das Engagement der Akteure, um diese Qualität hervorzubringen. Mit Baukultur wird die regionale Identität gestärkt, sie prägt die Gesichter und Geschichten unserer Orte. Viele realisierte Projekte zeigen, wie wertvoll Baukultur für die lokale Identität ist aber auch für die touristische Ausstrahlung und damit für die Wirtschaft. Hier sei als ein Beispiel der ehemalige Speicher von Klütz genannt, heute bekannt als Literaturhaus Uwe Johnsen."